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  • Krunic verpasst die Sensation

    Von Matthias Nientiedt | 3.September 2014

    Diese Aleksandra Krunic ist der Wahnsinn. Nach ihrem Wahnsinns-Erfolg gegen Kvitova war sie erneut krasse Außenseiterin gegen Victoria Azarenka, und konnte auch die ärgern. Azarenka, in den letzten beiden Jahren im Finale der US Open, war natürlich trotz der tollen Leistungen von Krunic klare Favoritin. Aber Aleksandra Krunic schaffte es erneut: Sie gewann Satz 1 gegen die haushohe Favoritin und ehemalige Nr.1.

    Im zweiten Satz kämpfte sich Azarenka zurück, und nachdem sie diesen gewinnen konnte sah es so aus als ob Krunic die Luft ausgeht. Alle erwarteten nun eine klare Sache, doch Aleksandra Krunic, schon am Boden liegend, kämpfte sich zurück und machte es Azarenka schwer. Bis zum Ende des dritten Satzes war die Partie offen, am Ende gewann Azarenka glücklich mit 4:6, 6:4 und 6:4. Doch es war harte Arbeit, Krunic war eiskalt und jederzeit bereit die Fehler der Favoritin auszunutzen. Die kämpferische Leistung beider Spielerinnen war sensationell, vor allem Azarenka muss man ein Kompliment machen, es ist schwer genug gegen so einen starken Underdog am Ende zu bestehen, Petra Kvitova lässt grüßen.

    Eine weitere junge Dame hat es dagegen nicht geschafft wir Krunic sich stark aus dem Turnier zu verabschieden: Belinda Bencic hatte heute gegen Shuai Peng keine Chance. Es war wohl auch eine Kopfsache, obwohl die Chinesin sehr stark gespielt hat. Aber Bencic war neben der Spur, einige machten sie plötzlich zur Favoritin, die 17-jährige kam damit nicht klar und versagte völlig. Trotzdem kein Vorwurf an sie, das war heute nicht repräsentativ. Sie wird noch eine ganz Große, da bin ich mir sicher!

    US Open 2014 – Turnier der Überraschungen

    Von Matthias Nientiedt | 1.September 2014

    Diese US Open 2014 sind schon etwas Besonderes. Reihenweise hat es große Überraschungen gegeben u8nd junge, teilweise sehr junge Talente werfen etablierte Tennisspieler und vor allem Tennisspielerinnen aus dem Turnier, die als Inventar der oberen Weltrangliste gelten. Vor allem bei den Damen hat es viel Bewegung gegeben. Leider sind die deutschen Herren und Damen bis auf Philipp Kohlschreiber alle raus (der wird wohl heute gegen Djokovic folgen) und unsere hocheingeschätzten Damen haben sich leider auf der Seite der negativen Überraschungen eingereiht statt auf der Seite der aufstrebenden jungen Spielerinnen.

    Insgesamt sorgen diese US Open 2014 wohl auf breiter Front für einen (im Gesamtschnitt) Generationswechsel. Da sind tolle junge Leute dabei, die uns in der Zukunft wohl noch viel Freude bereiten werden. Hier eine kleine Auflistung der größten Überraschungen und aufstrebenden, jungen Talente:

    Und dann sind da ja auch noch junge Leute wie Nick Kyrgios, die schon oben angekommene Eugenie Bouchard, der Federer-Zögling Grigor Dimitrov, das kanadische Aufschlagwunder Milos Raonic und viele andere. Die etablierten Spitzenprofis müssen sich also umsehen. Thiem, Krunic und Bencic sind ja noch im Turnier, vielleicht erleben wir ja noch eine weitere Sternstunde eines dieser Talente.

    Wimbledon wirbelt Kräfteverhältnis im Profitennis auf

    Von Matthias Nientiedt | 31.Juli 2014

    Es ist das bekannteste und prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt: Wer es gewinnt, trägt sich unweigerlich in die Geschichtsbücher dieser Welt ein. Die Schlacht am Rasen in Wimbledon ist wieder einmal geschlagen – und mischt die Bestenlisten im Profisport deutlich auf.  

    In einem Nerven zerfetzenden Finalspiel der Herren holte sich der Serbe Novak Djokovic in ganzen fünf Spielsätzen den Sieg über den Schweizer Roger Federer. Der Weg zum Titel gestaltete sich dabei mit zahlreichen Höhen und Tiefen durchaus steinig. Nach vier Stunden räumte ein völlig erschöpfter und zu Tränen gerührter Djokovic ein, dass er nun verstehe, warum Federer der Grand-Slam-Champion mit 17 Titeln sei.

    Während das Wimbledon-Finale der Herren von der Ausdauer her an einen Marathon erinnerte, gestaltete sich das Damenfinale eher wie ein Sprint – und zwar zugunsten der Tschechin Petra Kvitova. Sie gewann gegen ihre Kontrahentin Eugenie Bouchard in zwei äußerst klaren Sätzen, nämlich mit 6:3 und 6:0. Dabei glich der Finaleinzug des Shootingstars aus Kanada einem Feldzug: Mit keinem einzigen Satzverlust preschte sie in das Finale, um dort dann in 55 Minuten zu verlieren.

    Dass Djokovic, Kvitova und Co. spielen können, war schon vor dem Grand Slam in Wimbledon klar – dennoch sorgte der bekannteste Rasen der Welt für Überraschungen. Der Aufstieg einiger zuvor als Außenseiter eingeschätzter Spieler und Spielerinnen sorgte für Aufsehen. Zwei prominente Beispiele für ein allmählich neu aufkommendes Kräfteverhältnis im Profitennis sind die beiden Stars Serena Williams und Rafael Nadal. Während Williams in der dritten Runden gegen Alize Cornet das Handtuch werfen musste, scheiterte Nadal im Achtelfinale am Australier Nick Kyrgios. Dieser spielte sein erstes größeres Turnier und qualifizierte sich erst über die Vergabe einer Wildcard für den Wettbewerb in London. Auch die beiden Top-Spieler David Ferrer (Spanien) und Ernests Gulbis (Lettland) mussten sich früh geschlagen geben und das Turnier auf den Zuschauerrängen beenden.

    In Wimbledon gab es nicht unbedingt viele Überraschungen – die, die es jedoch gab, waren allerdings wirklich unerwartet. Wenn es um das Top-Klassement geht, dann sind es wieder einmal die ganz Großen gewesen, die sich am Londoner Rasen bewährt haben. Die Tennis-Weltrangliste zeigt, wer aktuell die besten Spieler der Welt sind – Beispiele wie Kyrgios beweisen aber, dass auch Spieler jenseits der Top 10 immer wieder für eine Überraschung gut sind. Auch die Quoten internationaler Buchmacher belegen das: Bekam man laut Oddsportal für das Match gegen Nadal etwa den 8.81fachen Einsatz zurück, verbesserte sich das nach Kyrgios’ Gewinn schlagartig auf 3,17. Ähnliche Veränderungen waren auch bei Interwetten Sportwetten zu verzeichnen – die Quoten von als Außenseiter eingeschätzten Spielern, sind nach Kyrgios Gewinn deutlich gestiegen.

    Welche Spieler bei den bevorstehenden ATP Turnieren in Bogota, Bastad und Istanbul den Sieg holen können und somit auf der Weltrangliste weiter steigen, wird sich in den kommenden Wochen herausstellen. Zu den Favoriten zählen unter anderem Richard Gasquet , Radek Stepanek, Olivia Rogowska undMichaëlla Krajicek.