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  • Alexander Zverev – bald die deutsche Nr.1?

    Von Matthias Nientiedt | 5.Februar 2016

    Alexander Zverev – das neues deutsches Tennistalent.

    Tennis ist wieder im Kommen in Deutschland, die Finalteilnahme von Sabine Lisicki in Wimbledon hatte bereits wieder vorsichtig Interesse bei vielen Sportinteressierten geweckt, die Tennis gar nicht mehr so auf ihrer Rechnung hatten. Doch spätestens nach dem überraschenden Sieg der Australian Open von Angelique Kerber scheint die Öffentlichkeit aufgeweckt. Es sieht so aus, als ob der Tennis-Sport sein langes Schattendasein hinter sich lässt. Seit dem Ende der Becker/Graf-Ära war Tennis ja aus der Öffentlichkeit weitestgehend verschwunden, lediglich die echten Tennis-Fans haben noch regelmäßig die Turniere verfolgt.

    zverev

    Quelle: By Carine06 from UK (Sascha Zverev  Uploaded by Flickrworker) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

    Und Vorreiter dieser neuen Entwicklung sind klar die deutschen Tennisspielerinnen. Die Damen haben mit Lisicki, Petkovic, Kerber, Beck, Barthel und co. viele Top-Talente herausgebracht, nicht zuletzt bewundert durch Erfolge im Fed-Cup. Der große Wurf – ein Grand Slam-Erfolg – hat bisher gefehlt. Doch der ist nun da, umso wichtiger dass auch bei den deutschen Tennisherren mal wieder jemand auf die große Bühne tritt. Der ewige Kohlschreiber – bei allem Respekt – als einziger Spieler, der in der Weltelite halbwegs mithalten kann und ab und an Glanzpunkte setzt, ist da einfach nicht genug.

    Aber ich bin mir sicher dass wir bald einen neuen Star im Herrentennis haben werden. Alexander Zverev (Bruder von Mischa Zverev) erfüllt alle Voraussetzungen dafür. Der erst 18 Jahre alte Zverev ist schon erstaunlich weit, Vergleiche mit einem 17-jährigen Leimener sind dabei nicht fair, aber liegen einfach schon deswegen Nahe, weil wir bei den Herren schon lange kein Talent mehr hatten, das bereits in so jungem Alter ganz oben mitspielen kann. Diese Woche hat Zverev die Nr.13 Marin Cilic geschlagen in Montpellier, US Open-Sieger von 2014. Bisher ist Zverev „nur“ die Nummer 85 der Welt und hat im direkten Vergleich mit Philipp Kohlschreiber bei den US Open 2015 noch knapp (in fünf Sätzen) den Kürzeren gezogen. Doch es wird nicht mehr lange dauern, dann wird Zverev die neue Nr.1 sein, die Wachablösung steht an. Und Zverev hat alle Anlagen, ein Top-10-Spieler zu werden. Er hat mehr Talent als Kohlschreiber, spielt sicher und dabei druckvoll und aggressiv, hat zudem einen Top-Aufschlag. Durch seine Größe hat er eine große Reichweite. Drücken wir ihm die Daumen, dass er verletzungsfrei bleibt. Er hat eine große Tennis-Zukunft vor sich!

    Der Tennisschläger

    Von Matthias Nientiedt | 1.Oktober 2015

    Die Tennissaison 2015 ist fast beendet, es steht nur noch das große Finale bei der ATP und WTA als großes Event an. Zeit sich mal mit einem Gegenstand zu beschäftigen, ohne den der Tennissport logischerweise nicht funktionieren kann: der Tennisschläger. Wie wichtig ist er bzw. sind die Unterschiede für die einzelnen Tennisspieler und Tennisspielerinnen? Was macht den Unterschied aus, wie gehen die einzelnen Beteiligten mit Veränderungen um?

    Wenn es um technische Details bzw. die Eigenschaften verschiedener Tennisschläger geht, dann findet man zum Beispiel auf www.tennisschlaeger-test.net verschiedene Tennisschläger im Test. Da geht es dann um Größen, Material, Eigenschaften, Bespannung etc.

    Spannend ist ja auch für den Beobachter wie die Stars mit ihren Tennisschlägern umgehen. Seit John McEnroe ist das zerstören von Schlägern ja bei einzelnen, besonders extrovertierten Spielern Kult geworden. Aktuell sind Spieler wie Nick Kyrgios da ganz vorne dabei, aber auch bei den Damen hat z.B. eine Serena Williams schon den ein oder anderen Tennisschläger zerstört.

    Auch interessant und häufig bei Tennis-Turnieren zu beobachten, wo es in der Regel sehr heiß ist: da werden dann die Schläger schon mal in der Kühlbox aufbewahrt, weil die Temperatur natürlich starke Auswirkungen auf die einzelnen Materialien hat. Daher verhält sich je nach Temperatur ein Schläger beim Schlag ganz anders, denn die Bespannung bzw. Härte der Bespannung wird ja auch von der Temperatur beeinflusst.

    Grundsätzlich spielen die Spieler und Spielerinnen auf schnelleren Belägen mit härterer Bespannung als auf langsamen Belägen. Wer auf Sand in Roland Garros eben noch mit einer weichen Bespannung erfolgreich war muss anschließend für die Rasensaison auf die maximal härteste Bespannung umstellen. Nicht nur das erklärt die großen Probleme, die auch viele Topspieler häufig beim Wechsel zwischen den einzelnen Belägen haben.

    Die Wahl des richtigen Tennisschlägers hat also großen Einfluss auf den Erfolg der einzelnen Spieler und Spielerinnen. Mit einem guten Schläger wird das Talent nicht besser, aber mit dem falschen Tennisschläger wird es schwer sein Talent zu entfalten.

    Quo vadis, deutsches Herrentennis?

    Von Matthias Nientiedt | 31.Juli 2015

    Wir schreiben das Jahr 1985. Ein gewisser Boris Becker gewinnt fast wie aus dem Nichts den wohl bedeutendsten Titel im Tennis. Nach dem Sieg gegen Kevin Curren kann der damals 17-jährige sein Glück kaum fassen.

    Der Wimbledon Sieg von Boris Becker war der Hauptauslöser für einen Tennisboom in Deutschland. Die Becker-Faust und der Becker-Hecht wurden zu einer Marke, die jedes Tenniskind in Deutschland zu imitieren versuchte.

     

    Quelle: dpa (http://www.badische-zeitung.de/tennis-5/boris-becker-vor-25-jahren-von-wimbledon-in-alle-welt–33016526.html)

    In den folgenden Jahren gewann Becker Wimbledon noch zwei weitere Male und zwischen 1985 und 1991 fand nur ein einziges Wimbledon-Finale ohne Becker statt. 1991 gab es gar ein rein deutsches Finale, das Michael Stich überraschend klar in drei Sätzen für sich entscheiden konnte. Auch das deutsche Davis Cup Team konnte in dieser Zeit dreimal den inoffiziellen Mannschafts-WM-Titel gewinnen (1988, 1989, 1993).

     

    Boom hält bis in die 2000er-Jahre an

    Dieser Boom hielt sich auch noch lange nach dem Karriereende von Becker & Co und mit Spielern wie Tommy Haas oder Nicolas Kiefer war eine ordentlich erfolgreiche Generation nachgewachsen, auch wenn diese nie an die Erfolge ihrer Vorgänger anknüpfen konnte. Sowohl Haas als auch Kiefer waren zwar über längere Zeiträume in den Top 10 der Tennisweltrangliste wiederzufinden (Haas kletterte zwischenzeitlich bis auf Platz 2, Kiefer bis auf Platz 4), ein großer Titel bei den Grand-Slam-Turnieren oder beim Davis Cup, blieb ihnen jedoch verwehrt.

    Wer im Jahr 2015 sein Geld auf einen deutschen ATP-Turniersieg ist allerdings entweder wahnsinnig oder hat absolut eine Ahnung vom Tennis. Für den ausgesprochen unwahrscheinlichen Fall eines deutschen Sieges wären die Quoten aber sensationell. Weitere Infos zu Tennis Wetten und News aus der Tenniswelt finden Sie hier: http://www.bet365.com/news/de/betting/tennis

     

    So schlecht wie seit 30 Jahren nicht mehr

    Aktuell befindet sich erstmals seit über 30 Jahren kein deutscher Tennisspieler unter den Top 40 der Welt. Das war zuletzt im Mai 1985 der Fall, bevor eben jener Boris Becker seinen Triumphzug startete. Mit Philipp Kohlschreiber, Benjamin Becker, Dustin Brown und Alexander Zverev befinden sich gerade mal vier Deutsche in den Top 100 wieder. Zwar gelingen zwischendurch immer mal wieder Achtungserfolge – z.B. Dustin Browns überraschender Sieg gegen Rafael Nadal in der zweiten Runde in Wimbledon – bestätigt werden können diese Erfolgen dann aber meistens nicht. So scheiterte Brown in Wimbledon direkt in der nächsten Runde am Serben Viktor Troicki und bekräftigte so den Eindruck, dass sein Sieg gegen Nadal eher der Formschwäche Nadals geschuldet war und nicht zwangsläufig der eigenen Stärke.

     

    Nachwuchs muss besser gefördert werden

    Es gibt aktuell also nicht viel zu bejubeln im deutschen Herrentennis. Kohlschreiber, Brown und Becker sind alle bereits jenseits der 30, sodass hier perspektivisch nicht wirklich etwas zu erwarten ist. Einziger Hoffnungsschimmer ist hier der 18-jährige Zverev. Auf ihm ruhen alle Hoffnungen des deutschen Herrentennis.

     

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    Quelle: By Carine06 from UK (Sascha Zverev  Uploaded by Flickrworker) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

    Und der Deutsche Tennis Bund muss sich ernsthaft hinterfragen, ob er in den vergangenen Jahren in Sachen Nachwuchsarbeit etwas versäumt hat. Es kann ja nicht ausschließlich daran liegen, dass der große Boom vorbei ist und Tennis deshalb allgemein etwas an seiner Popularität eingebüßt hat. Talente mit Potenzial sind nach wie vor da, aber sie müssen auch dementsprechend gefördert werden. Hier sollte und muss sich der Deutsche Tennis Bund etwas einfallen lassen, wenn er den Anschluss an die Weltspitze nicht komplett verpassen möchte.